2. Theaterfestival Turgi im 1998

Ãœber 250 Kinder und Begleitpersonen aus ganz Europa (Deutschland, Litauen, Luxemburg, Tschechien und der Schweiz) bevölkerten für eine Woche die Gemeinde Turgi und spielten hochstehendes Theater und liessen sich in Work-Shops ausbilden.

Viele Helfer aus Turgi und der weiteren Region machten es möglich die Kinder unterzubringen, zu verpflegen und den ganzen Betrieb eine Woche aufrecht zu halten.

Gemeinsam mit den Kindern und Begleitpersonen konnte eine eindrücklich 1. August Feier erlebt werden.

Presseberichte

Bericht in der Rundschau

Stück ohne Titel oder die ganze Wahrheit über die Helvetik ist der Beitrag des Kinder- und Jugendtheaters Turgi zum Jubiläumsjahr des Kantons Aargau, das ab dem 24. Oktober fünf Mal in der Mehrzweckhalle zu sehen ist. «Wir fragten uns, was genau verbirgt sich hinter der Geschichte 150 Jahre Bundesstaat und 200 Jahre Helvetik», erzählt Doris Janser, Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters Turgi. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen suchte sie in den Museen nach der Wahrheit dieser historischen Geschichte. An den wöchentlichen Theaterproben griffen sie einzelne Themen auf. Es wurde nachgelesen, gefragt, diskutiert und improvisiert. Teil für Teil fügten sie wie bei einem Puzzle während eines Jahres zu einem hervorragenden Theaterstück zusammen. Mit «Stück ohne Titel oder die ganze Wahrheit über die Helvetik» leistet das Kinder- und Jugendtheater einen bemerkenswerten Beitrag zum Jubiläumsjahr Allons-y, Argovie.

Zeitreise in die Vergangenheit
Völlig abgestumpft und ohne Gefühle leben die Menschen auf dem Plastikplaneten Erde. Sie mussten die Erde verlassen, da diese sich regenerieren muss. Auf Erde ist alles anders. Mittels Gleichschaltungstraining werden die Kinder zur Gefühllosigkeit erzogen. Durch Zufall finden vier schon gleichgeschaltete Kinder ein Stück blauen Stoff einer alten Frau. Auf der Suche nach ihrem blauen Stoff begegnet sie den Kindern. Die Polizei mischt sich ein und verhaftet die Alte. Verzweifelt ruft sie den Kindern zu, sie sollen die Erde und deren Geschichte suchen. Die Kinder fliehen und reisen durch Raum und Zeit. Ein grosser Herrscher weist den Kindern den Weg zur Erde und zur Zeit der Helvetik. Da entdecken sie die Natur. Was ist Natur und was ist Leben, fragen sie sich.

An Festivals der Besten eingeladen
Das Stück führten sie zum ersten Mal am 2. Internationalen Kindertheaterfestival in Turgi im vergangenen Sommer auf. Sie ernteten damit viel Lob und Anerkennung und wurden von Litauen und der Tschechei zur Teilnahme an Theatertreffen eingeladen. Das ist eine besondere Ehre, denn an diese Theaterfestivals sind nur die Besten eingeladen. Die neuste Produktion ist ein abwechslungsreiches Theaterstück, das die Geschichte klar und spannend aufzeigt.


Pressebericht der Aargauer Zeitung

Toleranz als Grundwert

Internationales Publikum an der Nationalfeier

Als Volkfest mit Blick über die Schweizer Grenze hinaus gestaltete sich die Nationalfeier in Turgi. Den internationalen Anstrich hat das Fest durch die vielen kleinen Theatergäste bekommen, die derzeit am Kindertheaterfestival teilnehmen.

Die 1. August-Feier der Gemeinde Turgi wurde als ein Bestandteil des Internationalen Kindertheaterfestivals durchgeführt und erhielt dadurch einen besondern Anstrich. Die Gemeinde griff etwas tiefer als üblich ins Portemonnaie und offerierte allen Gästen einen Imbiss. Die Bevölkerung von Turgi und Umgebung dankte dies mit einem grossen Aufmarsch. Ein voller Mehrzwecksaal im Gut mit rund 750 Teilnehmern durfte eine bunte, lebendige Feier erleben, umrahmt von Musik, Theater und kurzweiligen Festansprachen. Gemeindeammann Peter Heiniger eröffnete den Reigen mit einer Begrüssung der Festkulisse, bestehend aus Einheimischen sowie über 250 Gästen aus verschiedenen Teilen Europas. Er stellte für die Gäste den historischen Bezug des Nationalfeiertags her und blätterte ins Jahr 1291 zurück. Heinigers Ansprache war jedoch nicht auf die Schweiz, ihre Vergangenheit und Zukunft fixiert, sondern galt als Appell für Toleranz im engen nachbarlichen wie im weiteren Kreise. Er verwies auf den Ausländeranteil an der Gemeindebevölkerung von 33% (aus 40 Nationen) und nahm die Anwesenheit der internationalen Gäste zum Anlass, um mehr Verständnis gegenüber Ausländern und andern Kulturen zu fordern.

Einen Farbtupfer lieferten danach die Gruppen mit den jugendlichen Theatergästen, die sich auf unterhaltsame Weise dem Publikum vorstellten. Walter Benz, OK-Präsident des Kindertheaterfestivals, setzte den Schlusspunkt des offiziellen Teils. Er sprach in sämtlichen Sprachen der zu Gast weilenden Theatergruppen seinen Dank aus, nicht zuletzt an die Adresse der Helferschar, die unter grossem Einsatz dieses Fest erst ermüglicht hatte.